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Flexible Schnellpresse
Flexible Schnellpresse für die Fertigung von Reibbelägen
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Die im Jahre 1986 gegründete österreichische Firma IAG ist auf Systemlösungen für die Produktion von Reibbelägen spezialisiert. Das Angebot umfasst Pressautomaten, Wiegesysteme und Fertigbearbeitungsanlagen, welche höchsten Ansprüchen hinsichtlich Qualität und Produktivität entsprechen. Innerhalb kürzester Zeit konnte die innovationsfreudige Firma mit Ihren Produkten eine führende Stellung am Markt erreichen. Die nach Kundenanforderung spezifisch entwickelten Maschinen bewähren sich weltweit durch höchste Präzision, Flexibilität und Verfügbarkeit bei der Erzeugung von Reibbelägen. Hydraulik und Pneumatik von Bosch Rexroth leisten dazu einen maßgeblichen Anteil.

Ein besonders interessantes Pressenkonzept für schnellverpressbare Reibmaterialien wurde in Form einer Flexiblen-Schnell-Presse (FSP) realisiert.

Im Vordergrund der Entwicklung dieses Pressautomaten stand die Forderung kleine bis mittlere Losgrößen von Scheibenbremsbelägen entsprechend wirtschaftlich herstellen zu können. Der Aufbau der Maschine wurde mit einer zentralen Press-Station für eine maximale Presskraft von bis zu 1600kN und zwei voneinander unabhängigen Produktionseinheiten verwirklicht. Dieses Design bietet dem Anwender flexible Fertigungsmöglichkeiten und erlaubt die Herstellung von unterschiedlichen Bremsbelägen zur gleichen Zeit.

Die getrennten Produktionseinheiten bestehen jeweils aus einem schwenkbaren hydraulischen Kolbenaggregat mit integriertem Positioniersystem und einer umrüstbaren Pressform. Der Presstempel wird in der Form hydraulisch positioniert und ist für die exakte Befüllung der Pressform mit Zwischenschichtmasse und der eigentlichen Reibmasse notwendig. Die Belagsmassen werden in den jeweiligen Füllstation über Wiegeautomaten dosiert und über ein Beschickungs- und Zuführsystem in die beheizten und temperaturgeregelten Pressformen eingebracht. Ein Schwenkmanipulator sorgt für das Auflegen der metallischen Rückenplatte des Bremsbelages auf die Pressform. Die Produktionseinheit ist in diesem Zustand zum Einschwenken in die Presse bereit.

Am Ende des Pressens wird die Einheit wieder ausgeschwenkt und die Pressform mittels einer Bürsteneinheit mechanisch gereinigt und durch Einsprühen eines Trennmittels für den nächsten Zyklus vorbereitet. So wird jeweils eine Einheit in die Presse eingeschwenkt während die Andere für den Pressvorgang vorbereitet wird.

Wie bei fast allen Pressen üblich und auch notwendig, steht die Hydraulik für die Erzeugung der Presskräfte und die Manipulation der Hauptbewegungen im Mittelpunkt des Maschinenkonzeptes. Die Maschine wird aus funktions- und sicherheitstechnischen Gründen von zwei Druckölkreisen versorgt. Ein auf große Spitzenmengen ausgelegter Niederdruckkreis mit Speicherunterstützung sorgt für alle hydraulischen Nebenbewegungen wie z. B. Schwenk- und Manipulationseinrichtungen, Klemmungen und das Stempelpositioniersystem. Es versorgt aber auch die Presse mit hohen Ölmengen für die schnellen Bewegungen beim Zustellen, Vorpressen und Öffnen.

Der zweite Druckölkreis ist für den Pressvorgang mit den erforderlichen hohen Pressdrücken zuständig. Nachdem die Einhaltung engster Drucktoleranzen von +/-5bar bei schnellem und vom Verlauf einstellbarem Druckaufbau erforderlich ist, wurde unser bewährtes hochdynamisches Regelsystem SYDFE eingesetzt. Der PD-Druckregler der zugehörigen Reglerkarte VT-5041 ist für die gestellten Erfordernisse aufgrund des, bei optimaler Abstimmung typischen, Einregelverhaltens ohne Überschwingen ideal für diese Anwendung geeignet.

Nachdem die Hydraulik unmittelbar neben den Maschinen aufgestellt wird, wurde die Einhaltung relativ niedriger Geräuschpegel gefordert. Bei der Projektierung des Aggregates wurden sämtliche Maßnahmen zur Geräuschsenkung berücksichtigt. Zufließendes Öl für unsere Axialkolbenpumpen durch Hochtank, der Einsatz von Pulsationsspeichern und die notwendige elastische Aufhängung der Triebsätze waren bekannte Grundlage der Konstruktion. Ergänzt wurden diese Vorkehrungen durch eine komplette Schallisolierung mit Schallfalle jeweils auf der Luftein- und -auslassseite sowie der vollständigen Isolierung von möglichem Körperschall der Triebsätze zum Stahlbau des Aggregates. Die elastische Aufhängung der Triebsätze erfolgt auf einem Hilfsrahmen der direkt mit dem Fundament verschraubt wird und keine Verbindung zum restlichen Stahlbau besitzt. Mögliche Restschwingungen werden so merklich vom Anlagenaufbau und der Ölwanne ferngehalten. Bei Produktionsbetrieb wird dadurch ein vorbildliches Geräuschverhalten erzielt, die Geräuschemmission bleibt selbst bei Vollast des Aggregates unter 75dBA/1m.

Die enge Kooperation mit unserem Kunden bildete die Basis für eine maßgeschneiderte Antriebslösung. Die Maschinen beweisen seit vielen Jahren, dass die gestellten Erwartungen hinsichtlich Präzision, Flexibilität und Verfügbarkeit erfüllt und gehalten werden. Dauerhafte Kundenzufriedenheit durch Antriebe von „The Drive & Control Company“ eben.

Ing. Helmut Kern
Tel.: +43 (0) 1 985 2540 - 1431
Email: helmut.kern@boschrexroth.at
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